Markt 1

52511 Geilenkirchen

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Schulball

Die ersten Blätter fallen von den Bäumen. Dort, wo sonst an einem Samstagabend im Oktober alles ruhig und dunkel ist, dringt ein festliches Licht, gepaart mit leiser Musik, nach draußen. Elegant gekleidete junge Damen stolzieren über den Marktplatz von Geilenkirchen und ziehen die neugierigen Blicke der gleichzeitig eintreffenden jungen Herren auf sich.

Könnte man den Gesprächen doch lauschen!!! „Meine Mutter ist extra mit mir nach Düsseldorf gefahren.“ „Ich habe heute zwei Stunden beim Friseur verbracht.“ „ In diesen verflixten Schuhen kann man ja gar nicht gehen!“ Auf der anderen Seite bleibt manchen jungen Herren beim Anblick seiner Mitschülerinnen der Mund offen stehen. „Heäh, hast Di die Sarah gesehen?“ Boh, ich wusste gar nicht …,“ kommt es zu verblüfften, gar nicht zum chicen Outfit passenden Kommentatoren.

Was ist passiert? - Ganz einfach, der jährliche Schulball findet zum Namenstag der heiligen Ursula, der Namenspatronin unserer Schule, statt.

Vor fünfzehn Jahren fing alles an. Zwei Tage lang wurde in der Turnhalle gewerkelt. Aus einer fast zwei Tonnen schweren, fehlbedruckten, dicken Rolle von der Firma Tetrapack, aus der ursprünglich Apfelsafttüten gestanzt werden sollten, wurden dreißig Meter lange Bahnen geschnitten und in der Turnhalle ausgebreitet, um den Boden zu schonen. Eine zehn Meter lange Theke, mehrere farbige Lichterketten und zwanzig Bierzeltgarnituren komplettierten die Erstausstattung. Hinter der Theke arbeiteten Eltern in stündlichem Wechsel. Zu essen gab es Hot Dogs, die in einem später legendär gewordenen Einmachkessel erwärmt wurden. Zum Tanz spielte eine Live-Band auf. Da es sich bei den ersten Schulbällen noch um echte „handarbeit“ handelte, musste viel improvisiert werden. Die zusammengeflickten Wasseranschlüsse hielten zum Beispiel nicht den ganzen Abend dem Wasserdruck stand, so dass die Thekenbesatzungen immer mit nassen Füßen arbeiten mussten. Die Garderobe befand sich ebenso wie die Toiletten in den Umkleiden der Sporthalle, Aber auch damals ging es schon bis in die frühen Morgenstunden hoch her.

Seitdem hat sich viel geändert. Das Herzstück des Schulballs stellt nach wie vor die geschmückte Turnhalle dar. Die „Tetrapackbahnen“ sind durch einen extra dafür vorgesehenen Teppichbodenbelag, die Bierzeltgarnituren durch festlich gedeckte Tische mit Stühlen ersetzt. Selbst auf jedem Stehtisch leuchten Kerzen, und frische Blumen verbreiten eine festliche Atmosphäre. Eine Live-Band ist geblieben, zu deren Musik das Tanzbein geschwungen wird. Aus dem Einmachtopf mit Hot Dogs ist ein Bistro in der damals noch nicht vorhandenen Aula geworden. Hier werden heute verschieden Speisen bei Kerzenschein in festlicher Atmosphäre angeboten.

Bisher befand sich in der Pausenhalle eine Disco, die ähnlich wie die Turnhalle, zum Schwofen einlud. Seit diesem Jahr hat sich die Stimmung hier aber stark verändert, denn die Pausenhalle ist auch in den nächsten Jahren als Ehemaligentreff vorgesehen. Bei leiser Musik können Ehemalige, Eltern und Lehrer an festlich geschmückten Tischen und einer Theke sich alter Geschichten erinnern und neue familiäre oder berufliche Perspektiven austauschen.

Hierdurch soll der Grundgedanke des Schulballs noch stärker betont werden. Über die durch den normalen Schulbetrieb festgelegten Rollen hinaus kommen Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Ehemalige und Eltern miteinander ins Gespräch. So wird Schule mit Leben gefüllt. Ein freundliches Miteinander aller am Schulleben beteiligten Gruppen erleichtert die tägliche Arbeit und hilft, die gemeinsamen Ziele zu erreichen. Gerade die vielen Ehemaligen belegen durch den Besuch des Schulballs die Verbundenheit mit ihrer Schule und die zeigen, dass die Atmosphäre stimmte und stimmt. Man ist stolz, „auf St. Ursula gewesen zu sein“.

Zum Schluss möchte ich allen danken, die zum so erfolgreichen Gelingen beitragen: dem Deko-Team unter der Leitung von Frau Mader und Frau Speuser, stellvertretend bei Herrn Schiffer und Frau Laumen, die die Kassen betreuen, Herrn Mund, der ständig ansprechbar ist, und Frau Wolff, die sich bisher mit Herrn Reifferscheidt um das Bistro gekümmert hat und deren Aufgabe jetzt von Frau Zumfeld und Herrn Bleimann übernommen werden, und den vielen Eltern und Kolleginnen und Kollegen, die an den Kassen vor Ort, an der Pforte oder im Bistro arbeiten.

Möge der Schulball noch lange Bestandteil unseres gemeinsamen Schullebens sein.

Robert Schoenen