Markt 1

52511 Geilenkirchen

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Schulpastoral

Die Schulpastoral am Bischöflichen Gymnasium Sankt Ursula Geilenkirchen basiert auf dem Grundverständnis, dass Schulen in bischöflicher Trägerschaft als Präsenzform der Kirche dem Grundauftrag der Verkündigung des Evangeliums dienen. Ihr besonderes Anliegen ist es, eine Schulkultur zu schaffen und zu gestalten, in der der Geist des Evangeliums lebendig ist. Zur Verwirklichung dieses Anliegens ist die Schulseelsorge originärer und unverzichtbarer Bestandteil einer jeden bischöflichen Schule.

„Wegbeschreibung“

Der junge „Mensch als Weg der Kirche“ ist die Ausgangsbasis pastoralen Handelns in der Schule und begründet den diakonischen Ansatz der Schulpastoral. Diakonischer Ansatz bedeutet, dass die Schulpastoral dem jungen Menschen insofern zu dienen hat, als sie ihm durch viele unterschiedliche Maßnahmen ermöglicht, die froh- und heilmachende Wirkung des christlichen Glaubens im Lern- und Lebensraum von Schule zu erfahren, um so einen Beitrag zur Lebensdeutung aus dem Glauben zu leisten. Minimalziel der Schulpastoral ist es, die religiöse Frage als ein Grundbedürfnis des Menschen wachzuhalten und vor dem Hintergrund christlicher Wertorientierung Zeichen gegen ein Glaubensbekenntnis der Gleichgültigkeit zu setzen. Ziel des pastoralen Engagements ist demnach die humane Schule, in der auf der Grundlage eines christlichen Gottes- und Menschenbildes „Menschwerdung in Solidarität“ angestrebt wird.

Die Aktivitäten im Dienst am Leben des jungen Menschen gelingen um so überzeugender, wenn sich die in der Pastoral Tätigen selbst als „personales Angebot“ verstehen und in ihrem Tun Maß nehmen an Jesus Christus. Das bedeutet also, dass derjenige, der pastoral wirken will, seine Person nicht von den Inhalten trennen kann, dass der Lehrer nicht hinter seiner Lehre verschwinden kann, dass sein Leben und sein Dienst (am Schüler) nicht unverbunden oder gar widersprüchlich nebeneinander herlaufen können. Vielmehr gilt es, nach besten Kräften authentisch und ganzheitlich - und damit glaubwürdig - das umzusetzen, was Grundlage christlicher Erziehung ist: ein Miteinander- Leben von Lehrer und Schüler, in dem deutlich wird, dass der Erzieher aufgrund des Ja Jesu Christi zum Menschen jeden Schüler in der Tiefe seiner Person bejaht. Glaubwürdigkeit setzt voraus, dass Schüler sich ernst genommen fühlen und sich nicht als bloße Objekte erzieherischen Handelns erfahren. Auf dieser Basis, geprägt von der Frohbotschaft Jesu und vom Glauben der Kirche, ist eine Sinnperspektive aufzuzeigen, die Orientierung für ein gelingendes Leben sein kann.

Dabei bilden drei Grundvollzüge der Kirche auch in der Schulgemeinde den Hintergrund für pastorales Handeln. Neben Hilfe in konkreten Lebenslagen (diakonia) geht es um die Erschließung von Glaubensinhalten und die Glaubensverkündigung (martyria) sowie um den lebendigen Glaubensvollzug in Fest und Feier (liturgia). Im Zusammenspiel dieser Wirkungsfelder, die zwar voneinander zu unterscheiden, aber nie strikt zu trennen sind, sind dem jungen Menschen beziehungs- und sinnstiftende Angebote zu unterbreiten, die zu seiner religiösen Selbstfindung beitragen.

Bei all dem ist zu berücksichtigen, dass Schulpastoral nicht Aufgabe eines Einzelnen sein kann - und dies nicht nur wegen der Vielzahl der Angebote und der Weite der Arbeitsfelder. Vielmehr trägt aus inneren Gründen das gesamte Schulpersonal für die Schulpastoral Verantwortung. Schüler, Eltern, Lehrer und Verwaltungsmitarbeiter sind nicht nur Objekte der Pastoral, sondern können den pastoralen Dienst füreinander leisten. Um so wichtiger - ja geradezu unabdingbar - ist es daher, dass man sich - und zwar in einem dauernden Prozess - über die Inhalte und Ziele, die Leitlinien und Grundsätze der Pastoral verständigt, sie für alle Mitglieder der Schulgemeinde transparent macht und sich um deren Verwirklichung bemüht.
Was für den Träger gilt, gilt auch für die Zielgruppe. Schulpastoral zielt auf alle Schülerinnen und Schüler. Es sind daher differenzierte Angebote sowohl für die kirchlich gebundenen, die religiös suchenden wie auch die fernstehenden Schüler zu entwickeln.

Dabei ist darauf zu achten, dass die schwierige Unterscheidung von „Gläubigen“ und „Fernstehenden“ nicht mit Wertungen verbunden ist. Auch in der katholischen Schule ist das echte und ernsthafte Interesse am fernstehenden und kritischen jungen Menschen Voraussetzung für die beziehungsstiftende Wirkung der Pastoral.