Unser Austausch mit zwei französischen Schulen
Der Frankreichaustausch ist ein noch relativ neues Angebot unserer Schule, das seit seinem Beginn im März 2004 auf großes Interesse bei unseren Schülerinnen und Schülern stößt.
Nachdem wir lange Zeit vergeblich im frankophonen Ausland nach Partnerschulen gesucht hatten, konnten wir durch persönliche Kontakte und einen glücklichen Zufall eine „austauscherfahrene“ Kollegin für unser Vorhaben gewinnen. Da die französische Kollegin Mme Cécile Massé, die seit mehr als 25 Jahren derartige Austauschfahrten leitet, die Schule gewechselt hatte, konnte sie nun mit ihren zwei neuen Schulen, dem Collège St. Joseph in Voiron und dem Collège du Sacré-Cœur in St. Jean de Moirans (beide Schulen liegen in der Nähe von Grenoble), einen neuen französisch-deutschen Austausch beginnen.
Da dieser Austausch auf französischer Seite noch im Aufbau ist, die Kollegin viel Werbung innerhalb ihrer Eltern- und Schülerschaft betreiben muss, um Teilnehmer zu gewinnen, und die Zahl der Schüler, die das als (allzu) schwierig geltende Fach Deutsch lernen wollen, in Frankreich ohnehin seit Jahren rückläufig ist, finden sich nicht immer genügend französische Schülerinnen und Schüler, die am Austausch teilnehmen wollen. Dennoch ist es uns bisher zumeist gelungen, alle deutschen Interessenten in französischen Gastfamilien unterzubringen, auch wenn nicht alle unsere deutschen Teilnehmer (in der Regel zwischen 15 und 25 Schülerinnen und Schüler) einen französischen Gast aufnehmen können. An unserer Schule können alle diejenigen Schülerinnen und Schüler am Austausch teilnehmen, welche die neunte Klasse besuchen und Französisch als zweite Fremdsprache lernen sowie diejenigen Schüler der neunten (bisher: zehnten) Klassen, die Französisch im Differenzierungsbereich ab der Klasse acht (bisher: neun) belegt haben.
Bei den französischen Schulen handelt es sich in beiden Fällen um Collèges, d.h. Gesamtschulen, die nur die Sekundarstufe I (bis einschließlich der troisième, vergleichbar mit unserer 9. Klasse) umfassen. Beide Schulen befinden sich in kirchlicher Trägerschaft, sind also in ihrem Status durchaus mit unserer Schule vergleichbar. Die französischen Schülerinnen und Schüler können dort in der quatrième (entspricht unserer Klasse 8) mit dem Deutschunterricht beginnen, so dass die französischen Teilnehmer der quatrième bzw. troisième zum Teil einige Monate jünger sind als unsere Schüler.
Der Austausch dauert jeweils 8 Tage, wobei neben Schulbesuchen auch die Freizeit nicht zu kurz kommt. Neben organisierten Ausflügen (auf französischer Seite beispielsweise nach Chambéry, Lyon, Annecy oder Grenoble, in Deutschland z.B. nach Düsseldorf, Köln, Bonn oder Aachen) stehen auch Unternehmungen mit der jeweiligen Gastfamilie auf dem Programm. In der Regel beginnt der jährliche Austausch Anfang März mit dem Besuch der Franzosen; im Mai oder Juni besuchen wir dann die französischen Schüler. An dem Austausch nehmen zumeist zwei erwachsene Begleiterinnen bzw. Lehrerinnen pro Land teil.
Bisher macht der Frankreichaustausch unseren Schülerinnen und Schülern trotz kleinerer Probleme großen Spaß. Viele unserer Schüler führen die Kontakte auf privater Ebene fort und profitieren auf diese Weise nicht nur sprachlich, sondern lernen auch in intensiver und spannender Form die Kultur eines anderen Landes kennen. Wir hoffen, dass diese Begegnung weiterhin wächst und gedeiht, so dass noch viele Schülergenerationen auf diese Weise die Gelegenheit erhalten, Kontakte ins europäische Ausland zu knüpfen und das (Alltags-)Leben junger Menschen in einem anderen Land kennen zu lernen.
Armelle Schmitt

